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Wehret den Anfängen!

Derzeit geht es Schlag auf Schlag. Ihr habt sicherlich mitbekommen, dass wir uns in Dortmund an den bundesweiten Protesten gegen die Auswüchse des Fußballs von DFB und DFL beteiligt haben. Ob Anstoßzeiten, Kollektivstrafen oder Kommerzialisierung es gibt eine Reihe von Feldern, die immer mehr Fans anwidern.

Auch gegen Borussia Mönchengladbach wird es hier weiter gehen. Der Protest besteht aus mehr als „Fick dich DFB“. Denn entgegen dem Vorwurf von DFB und Boulevard gibt es echte Inhalte. Dabei müssen wir in Dortmund uns auch klar machen, dass es einige Themen gibt, die uns heute noch nicht betreffen, daher aber nicht weniger aktuell sind! Das wohl bekannteste Beispiel ist das Montagsspiel der zweiten Bundesliga, dass es nun in die erste Bundesliga geschafft hat.

Häufig ist es so, dass Neuerungen in den Niederungen des Fußballs ausprobiert werden, um sie dann später in den ersten beiden Bundesligen zu etablieren. In diesem Sommer nun hat der DFB in Form der Regionalliga Südwest den nächsten Versuchsballon steigen lassen. Eine U-20 Nationalmannschaft soll am Spielbetrieb außer Konkurrenz teilnehmen. In der Rückrunde der Saison 2017/2018 wird die chinesische U-20 Nationalmannschaft wöchentlich gegen einen Verein antreten, der gemäß des regulären Spielplans spielfrei hat. Hierfür erhält jeder teilnehmende Verein 15 000 Euro. Lediglich der SV Waldhof Mannheim, die Stuttgarter Kickers und die TuS Koblenz lehnten ab. Der ursprüngliche Plan des DFBs bestand darin, dass die U-20 gegen jedes der 19 Teams jeweils ein Hin- und Rückspiel austrägt. De Facto war also eine „Quasi“-Mitgliedschaft angedacht, die sich jetzt, auch aufgrund der vorgetragenen vehementen Kritik seitens der Fans und organisatorischen Schwierigkeiten, „nur“ auf die Rückrunde beschränkt.

Wie kam es dazu?

Die Tatsache, dass zuerst der Kicker von den Plänen berichtete und diese nicht durch eine offizielle Bekanntmachung des DFBs verkündet wurden, steht sinnbildlich für den Prozess, der im Hintergrund und höchst intransparent ablief. Die erste Kontaktaufnahme mit den Vereinen erfolgte telefonisch. In besagtem Gespräch wurde lediglich erklärt, dass die Möglichkeit besteht, zwei Spiele gegen die chinesische U-20 Nationalmannschaft auszutragen und hierfür jeweils 7500 Euro zu erhalten. Es wurde gezielt Druck aufgebaut. Unter anderem wurde betont, dass alle anderen Vereine bereits zugesagt hätten. Insbesondere finanziell gebeutelte Vereine wurden mit Nachdruck darum gebeten, eine schnelle Entscheidung zu treffen. Mehr Informationen wurde nicht an die Vereine herangetragen.
Auf der kurz danach stattfindenden Managertagung der Regionalliga Südwest sollten die Vereine dann ihre endgültigen Entscheidungen verkünden. Erst hier wurde über die geänderten Rahmenbedingungen informiert (nur ein Spiel in der Rückrunde und 15 000 Euro), weitere Details wurden nicht geliefert. Platz für Nachfragen oder gar Nachforschungen bestand nicht. Es entstand zunehmend der Eindruck, dass der DFB die Informationen gezielt klein hält. Bis heute herrscht Unklarheit über den genauen Ablauf der „Freundschaftsspiele“.

Was steckt dahinter?

Im November vergangenen Jahres wurde eine Vereinbarung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Volksrepublik China im Bundeskanzleramt im Beisein von DFB und DFL unterzeichnet, in der sich die beiden Länder zu einer engen Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Fußballs verpflichten. DFL Geschäftsführer Christian Seifert erklärte, dass es „mannigfaltige Themen der Zusammenarbeit geben wird, beispielsweise im Austausch zu den Nachwuchsleistungszentren zwischen deutschen und chinesischen Klubs“. Die chinesische U-20 Nationalmannschaft in der Regionalliga-Südwest ist ein erster Schritt, um die getroffenen Vereinbarungen mit Leben zu füllen. Der Vertrag, der den Fanszenen vorliegt, veranlasst die Fußballverbände der beiden Länder explizit dazu, Pläne und konkrete Vereinbarungen sowie finanzielle Absprachen zu treffen. Christian Seifert betonte im Zuge dessen die schon seit längerem bestehenden „guten Beziehungen nach China, von der beide Seite profitieren werden“. Hinweise darauf, wie die besagten Vereinbarungen aussehen könnten, liefert ein 250 Millionen schwerer Fernsehvertrag, der im November 2016 ebenfalls zwischen DFB, DFL und chinesischen Vertretern ausgehandelt wurde.
Im Juli dieses Jahres besuchte der chinesische Staatspräsidenten Xi Jinping zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel ein Freundschaftsspiel zwischen einer deutschen und einer chinesischen Kinderauswahl, welches ebenfalls im Rahmen der Kooperation stattfand. Auch zugegen waren Adidas-Chef Kasper Rorsted, der die Partnerschaft zu Marketing-Zwecken nutzt und bereits einen Deal mit dem chinesischen Bildungsministerium ausgehandelt hat und Jörg Wacker, Vorstandsmitglied des FC Bayern und zuständig für die Internationalisierung des Klubs, der bereits seit Jahren sogenannte Asia-Reisen in der Sommervorbereitung zu Promo-Zwecken unternimmt. Anhand der Personenkonstellation und des ausgehandelten TV-Vertrags wird deutlich, dass es neben der propagierten Unterstützung des chinesischen Fußballverbands in erster Linie um Geld geht.

Was ist die Konsequenz?

Wie bereits oben beschrieben, erscheint es wahrscheinlich, dass perspektivische Pläne ein wie DFB-Pokal-Finale in Shanghai oder eine fest installierte Mannschaft in der Bundesliga als Möglichkeiten in Betracht gezogen werden, um noch mehr Einnahmen zu generieren. Das würde auch zu den Aussagen der Adidas Spitzenleute passen, die solche Ideen schon medial forcierten. Man macht sich hier mit Vertretern eines Konzerns gemein, der quasi die Sportkorruption erfunden hat.
Letztlich ist die Integration der chinesischen U-20 Nationalmannschaft in die Südweststaffel der Regionalliga nichts weiter als der erste Türöffner/ Testballon für eine großflächige Erschließung des asiatischen Marktes und wird daher perspektivisch alle Vereine betreffen. DFB-Präsident Reinhard Grindel äußerte sich jüngst erneut zu der Thematik und erklärte, dass „die Ultras von Waldhof Mannheim, von Koblenz und den Stuttgarter Kickers“ ein Problem mit dem Spiel gegen die chinesische U-20 gehabt hätten und ihre Vereine dazu gebracht hätten, nicht teilzunehmen. Dass aber nicht nur Ultras sondern die breite Masse die Pläne ablehnt oder ihnen zumindest skeptisch gegenübersteht, wird hierbei komplett unter den Tisch gekehrt. Auch Vereine wie Rot-Weiss Essen oder Rot-Weiß Oberhausen äußerten ihren Unmut und Fassungslosigkeit über die Pläne des DFBs. In einer kicker-Umfrage bewerteten 84,7 Prozent von knapp 50.000 Teilnehmern das Vorhaben als schlecht.

Ein weitere logische Folge wäre eine weitere Zerstückelung der Spieltage, um dem Publikum in Fernost die Marke „Bundesliga“ mundgerecht zur besten Sendezeit servieren zu können. Dies würde unweigerlich nach sich ziehen, dass aufgrund paralleler Live-Übertragungen noch weniger Zuschauer am Wochenende bei Amateurspielen sind. DFB-Kampagnen wie „Unsere Amateure. Echte Profis” werden hierdurch komplett ad absurdum geführt und offenbaren ihre Scheinheiligkeit. Anhand der beschriebenen Thematik wird erneut deutlich, dass DFB und DFL die Basis völlig aus den Augen verloren haben und den Fußball zu Lasten der Fans weiter ausschlachten wollen.

Daher sehen wir hier einen weiteren Schritt weg von den Fans im Stadion, die den Fußball in Deutschland einzigartig machen. Es wird alles der Maxime Einnahmen Maximierung unterworfen. Eine Entwicklung die aus unserer Sicht nicht schweigend hingenommen werden kann.


Büdchen aktuell

Am Sonntag findet der Verkauf bis 16:45 Uhr am Dortmunder Fanprojekt, in der Dudenstr. 4, statt.

Es wird den BFU Saisonrückblick, die neue 45 Grad sowie Aufkleber und Feuerzeuge geben.


Anmeldung im Interessentenkreis von THE UNITY

Vor dem Spiel gegen den 1.FC Köln habt ihr erneut die Möglichkeit euch im Interessentenkreis von THE UNITY anzumelden. Hierzu laden wir euch am Sonntag, den 17.09.2017 um 13:00 Uhr in das Dortmunder Fanprojekt ein. Eine Wegbeschreibung findet ihr unterhalb dieses Beitrags.

Der Interessentenkreis hat sich in den letzten Jahren als erster Anlaufpunkt für junge Leute etabliert und bietet euch einen tieferen Einblick in unser Gruppengeschehen sowie unser Handlungsfeld als Ultras von Borussia Dortmund. Am Treffpunkt selbst wird’s dann ein paar Worte zu unserer Gruppe geben.

Für Speis und Trank ist vor Ort ebenfalls gesorgt, des Weiteren stehen euch unsere Mitglieder für Fragen, Diskussionen oder zum lockeren Kennlerngespräch Rede und Antwort.

Wir sehen uns im Fanprojekt!


Büdchen aktuell

Auch in der neuen Saison wird das Büdchen im Stadion weiterhin geschlossen bleiben, sodass der Verkauf allgemein weiterhin am Dortmund Fanprojekt, in der Dudenstr. 4, stattfinden wird. Samstag wird der Verkauf allerdings aufgrund des Treffens im Westpark (Aufruf zum Heimspiel gegen Hertha BSC) nicht im Fanprojekt, sondern im Westpark stattfinden.

Es wird den BFU Saisonrückblick, die neue 45 Grad sowie Aufkleber und Feuerzeuge geben.


Wir sind die Faszination Fußball

Fußball ist das Größte!

Woche für Woche strömen wir in die Stadien – deutschlandweit, ob auswärts oder daheim. Wir Fans tragen die Stimmung in die Stadien und füllen diese mit Leben. Die Atmosphäre in unseren Stadien ist außergewöhnlich.

Doch wie lange noch werden Fans die notwendigen Freiheiten haben?

Deutschlandweit kämpfen die Fanszenen für den Erhalt des Fußballs, den sie lieben gelernt haben. So unterschiedlich wie wir Fans sind, so mannigfaltig sind mittlerweile die negativen Entwicklungen:

– Zerstückelung des Spieltags auf Anstoßzeiten von Freitag- bis Montagabend

– Spiele die unter der Woche bereits um 14 Uhr angepfiffen werden

– Sanktionen für Spruchbänder und Gesänge; Verbot der freien Meinungsäußerung

– Chinesische U20 in der Regionalliga Südwest

– Ein Relegationsmodus, der Clubs für eine erfolgreiche sportliche Saison die gerechte Belohnung vorenthält

– ein Sportgericht, das intransparent und nach Kalkül sanktioniert und sich zudem über rechtsstaatliche Errungenschaften hinwegsetzt

– ein Pokalfinale im Stile des amerikanischen Super Bowl inklusive Halbzeit Show-Act

– fehlende Konsequenz im Umgang mit Clubs wie RB Leipzig, die die 50+1-Regelung untergraben, jedoch öffentlich hofiert werden

– eine gekaufte WM 2006, deren vollständige und ehrliche Aufarbeitung vom DFB weiterhin verweigert wird

– Überlegungen hinsichtlich der Einführung des „englischen Modells“ / Abschaffung der Stehplätze

Es ist offensichtlich: DFB und DFL vermarkten mit unserer Stimmung das Produkt Fußball.

Im Gegenzug drangsalieren sie uns Stadiongänger in einer Art, die nicht mehr akzeptabel ist. Es geht uns ausdrücklich nicht um Pyrotechnik oder vermeintlich andere „Ultra-Angelegenheiten“. Die oben angeführten Punkte betreffen jeden einzelnen Fußballfan und könnten noch endlos weitergeführt werden.

In der laufenden Saison werden wir daher unseren Protest vereinsübergreifend in die Stadien tragen. Deutlich, mitunter provokativ – vor allem jedoch in der Gewissheit, dass der deutsche Fußball unsere Argumente nicht weiter ignorieren kann.

Wir sind uns bewusst: Der DFB wird weiterhin versuchen unsere Stimme klein zu halten und uns Stadiongänger als Minderheit von geringerer Bedeutung zu bezeichnen. Die aktuelle Kampagne der größten deutschen Boulevardzeitung zeigt, welche Formen das annehmen kann. Hier wird eindeutig versucht, die Kurven zu spalten und die Fans gegeneinander auszuspielen.

Wer glaubt, dass hier im Hintergrund nicht gemauschelt wurde, der glaubt auch an die Unabhängigkeit des DFB Sportgerichts. Genau in die selbe Kerbe schlägt das neue Angebot von Hr. Grindel. Als Knochen bekommt man die „Empfehlung“ auf Kollektivstrafen zu verzichten. Eine echte Zusage sieht anders aus. Im gleichen Atemzug wird aber erwartet, dass man in die Dialogstrukturen zurückkehrt, die seit über zehn Jahren ergebnislos verlaufen. Das ist ein Feigenblatt vom DFB und kein konstruktiver Vorschlag für einen Dialog. Dies tut der Verband vor allem um davon abzulenken, dass man jahrelang alle Warnung in den Wind geschlagen hat und Faninteressen ignorierte. Es zeigt aber auch, dass man beim DFB immer noch glaubt, wir Fans könnten durch eine Showveranstaltung ohne Ergebnisse hingehalten werden. Es braucht neue Strukturen, es braucht Dialog auf höchster Ebene. Dazu gehören auch DFL und die Vereine. Dem Dialog auf den DFB abzuwälzen hat in über einem Jahrzehnt keinerlei Erfolg gebracht.

Die Zeit der Ausreden von Vorständen ist vorbei.

So lange werden wir weitermachen und unsere Meinung artikulieren.
Es braucht ein Umdenken im Fußball.


VORSPIEL

Vorspiel
Vorspiel 155
Bayern

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Bilder
United we stand - divided we fall