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  Die Gruppe
 

Wir werden diesen Bereich in naher Zukunft noch um einige Texte erweitern, die sich mehr um unsere Ziele und Ideale drehen sollen. Im Moment findet ihr hier nur eine kurze Zusammenfassung der Geschichte von THE UNITY.


Die Anfänge (1997 - 2001):

Obwohl THE UNITY - Supporters Dortmund im Jahre 2001 offiziell gegründet wurde, liegen unsere Wurzeln deutlich weiter zurück. THE UNITY geht aus dem 1997 ins Leben gerufenen „Stammtisch für aktive BVB-Fans" hervor. Damals wollten vor allem die schon selbst sehr aktiven Fans und Fanclubs ein Podium schaffen, um gemeinsam gegen den spürbar werdenden Stimmungsverfall im Stadion zu kämpfen. Doch die Teilnehmerzahl verringerte sich nach wenigen Treffen drastisch. Das Ende vom Lied war, dass der Stammtisch in Folge dessen mehr und mehr einschlief. Trotz des stetigen Schwundes konnte aber die Idee des Zusammenschlusses für aktive Fans überleben, weil auch immer wieder neue Leute hinzukamen. Vor allem die damals sehr engagierten Mitglieder der Fanclubs Werdohl, Revierfreunde und Eisborussen sowie einige fanclublose Teilnehmer hielten die monatlichen Treffen irgendwie am Leben und sorgten so für die Keimzelle für THE UNITY.

Die Stimmung verfiel durch den Stadionausbau und die vielen neuen Fans immer weiter. Es fiel schwer, aber man hielt an den monatlichen Treffen im Fanprojekt fest. Zeitweise saßen nur noch drei bis vier Leute beisammen. Die Lage wurde schlimmer und schlimmer. Die BVB-Fans erlebten Tiefpunkte wie die Heimspiele gegen Ulm oder Galatasaray. Die Stimmung im Stadion und die Fankultur schienen, auf einer riesigen Tribüne ohne Fahnen und Gesang, für alle Zeiten gestorben zu sein. Doch grade durch diesen Tiefpunkt wurden zahlreiche Fans wieder wach. Sie merkten, ich muss selber aktiv werden, wenn Stimmung und Fankultur nicht völlig sterben sollen. So kamen vor allem im Jahr 2000 neue Mitglieder dazu, die sich auch gleich aktiv einbrachten. Mit einigen jüngeren Mitgliedern der „Desperados" oder „Revier Sups" kam erstmals auch der Ultra-Gedanke bei uns stärker zum Tragen, der zukünftig immer wichtiger wurde.

Wir experimentierten und dachten darüber nach, was wir aufbauen wollten: eine Art Fanclubdachverband oder doch mehr einen eigenen Fanclub für aktive Fans. Letztendlich entschieden wir uns für eine Mischung: Eine Vereinigung aktiver Fans aus allen Bereichen der Fanszene. Unseren alten Name „Stammtisch für aktive Fans" wollten wir nicht mehr, weil er oftmals als bloße Saufveranstaltung interpretiert wurde. So suchten wir einen neuen Namen. Der ursprüngliche Name Supporters Dortmund wurde noch mit THE UNITY ergänzt. Das heißt soviel wie Eintracht, Einigkeit und sollte zeigen, dass sich bei uns jeder beteiligen kann, der selbst aktiv werden will. Auch ein Gruppenemblem wurde gefunden. Der Stadtadler von Dortmund mit einem BVB-Wappen vor der Brust. Es ist bis zum heutigen Tage unser Wappen und soll unsere Verbundenheit zum BVB sowie zur Stadt Dortmund ausdrücken.

Obwohl unsere Wurzeln also bis ins Jahr 1997 zurückreichen, ist für uns das Gründungsdatum 2001 maßgeblich, denn auch erst mit Beginn dieses Jahres begannen wir wirklich aktiv zu werden. In dieser Phase bestanden unsere Mitglieder zu einem großen Teil aus bereits in Fanclubs organisierten Leuten: Treuer Süden 1998, AwaySupsWerdohl, Borussen Bulldogs, Ruhrpott-Rambos, Desperados, Revier Sups sowie Vestland- und Eisborussen. Nur wenige Mitglieder waren bis dahin unorganisiert. Die Desperados sind heute eine eigenständige Gruppe, auch aus Reihen der Eisborussen ist heute niemand mehr dabei.

TU ist inzwischen als Verein organisiert und im Vereinsregister eingetragen. Mit der Schaffung einer Satzung und einer grundlegenden Struktur hatten wir unseren Weg gefunden, konnten nun voran schreiten und kamen weg vom reinen „Laberkreis" hin zur aktiven Unterstützung. Von nun an sollten unsere Taten für uns sprechen. Im Mai 2001 startete ein von uns mitorganisierter Sonderzug (den Hauptteil trugen die Borussen Bulldogs) zum letzten Auswärtsspiel nach Unterhaching und wurde ein voller Erfolg. Bei dieser Tour machten wir auch die erste Mottofahrt: „Heute kocht der Gästeblock!".

Dazu gab es für alle eine Kochmütze. Zum letzten Heimspiel zeigten wir unsere erste Blockfahne, welche an das legendäre Tor von „Kobra" Jürgen Wegmann in der Relegation 1986 erinnerte. Leider war die Fahne mit 10 x 10 Metern viel zu klein und wir mussten erkennen, dass wir wesentlich größer denken mussten, wenn wir im Westfalenstadion ähnliche Aktionen machen wollten. In der Saison 01/02 führten wir dann unsere erste Papptafel-Choreographie auf Haupt- und Gegentribüne gegen die Bayern durch.

Der nächste Schritt (2001 - 2003):

Durch diese ersten Aktionen wurden natürlich weitere Fans angesprochen und so wuchs unsere Gruppe bis Mitte 2001 auf über 60 Mitglieder, obwohl wir damals noch eine besondere Aufnahmebeschränkung hatten. Jeder musste mindestens 10 Auswärtsspiele innerhalb einer Saison mitmachen. Damit wollten wir verhindern, dass weniger aktive Leute zu uns kamen und sich unsere Ideale zu sehr verwässern. Man wollte damals eine Art von Elite bilden, was zu seiner Zeit sicherlich auch richtig war, weil nicht wirklich viele gute Leute vorhanden waren. Diese Regelung war nie unumstritten und wurde später durch die Entscheidung der Mitglieder nach langen und zum Teil zähen Diskussionen abgeschafft. Sie hemmte zum einen unsere Entwicklung, denn wir drohten zu einen typischen Fanclub ohne frisches Blut zu werden und zum anderen stieg die Zahl der aktiven Leute in der Szene wieder deutlich an, die durch unsere Aufnahmeregelung vor einer TU-Mitgliedschaft eher abgeschreckt wurden. Heute steht TU für alle Interessierten offen und unsere Mitgliederzahl hat sich fast vervierfacht. Gerne wird uns vorgeworfen, wir wären dadurch verwässert und hätten kaum noch gute Leute dabei. Zuvor war uns von anderer und zum Teil auch von gleicher Seite vorgeworfen worden, zu elitär zu sein. Wir haben uns nun für diese Öffnung entschlossen und nach einiger kann man von einem Erfolg sprechen, denn THE UNITY, aber auch die Dortmunder Szene im allgemeinen, hat viel an engagiertem, aktivem Potential dazu gewonnen.

Die Vorrunde 01/02 bedeutete für uns einen weiteren Schritt nach vorne. Nach und nach stieg die Anzahl derer, die regelmäßig zu Auswärtsspielen fuhren, wieder nachhaltig. Auch die Stimmung war auswärts oftmals richtig klasse. Spiele wie Berlin und Rostock, wo sonst nur wenig ging, sind da hervorzuheben.
Bei Heimspielen hatten wir angefangen, uns alle in Block 82, oberhalb des alten Stimmungsblockes 13, zu versammeln. Hier hatte Dortmunds Ultra-Szene praktisch ihren Ursprung. Dort war ein Block, der noch nicht von Leuten besetzt war, die schon „seit Jahren dort stehen", dort war es möglich, eine neue Gruppe zu platzieren und zu etablieren. Der Block war schon bald viel zu klein, platzte zeitweise aus allen Nähten und durch die Stangen war er auch nicht wirklich geeignet, wollte man auf Dauer gute Stimmung zelebrieren. Doch ohne diesen Block wäre sicherlich vieles nicht so, wie es heute ist. Mit der Zeit wurde uns jedoch klar, dass wir von diesem Standpunkt zu wenig erreichen würden. Wir brauchten einen neuen, geeigneteren Standort. So stellt der Rückrundenbeginn zu Hause gegen Hertha BSC Berlin im Jahre 2002 einen Meilenstein für uns dar. Wir hatten beschlossen, wieder zurück zu den Wurzeln der Südtribüne zu gehen. Wir wollten versuchen, von Block 13 aus die Stimmung wieder in den Griff zu kriegen und so zog die gesamte Gruppe einige Stufen tiefer in das Herz der Südtribüne. Mehr als 100 neue Leute standen nun plötzlich im Block. Das führte bei den ersten Spielen natürlich zu Reibereien mit einigen Fans, die dort bisher standen. Sie wurden aber schnell überwunden.

Die Rückrunde 01/02 bot für uns viele Möglichkeiten, da die Meisterschaft lange spannend war und obendrein noch das UEFA-Cup-Finale erreicht wurde. Für das Derby hatten wir uns etwas ganz besonderes einfallen lassen. Auf drei großen Blockfahnen wollten wir unser Gruppensymbol, eine schwarzgelbe Weltkugel und eine Weltraumschlacht (bei der das S04-Wappen von schwarzgelben Raumschiffen zerstört wird und so die Welt vor Blau-Weiß rettet) zeigen. Dazu das Spruchband: „Das Imperium schlägt zurück!" Doch wenige Wochen vor dem Spiel wurde uns die Aktion seitens des Vereins verboten. Seit dem 11. September sei die Welt nicht mehr dieselbe und man könne uns daher solch eine Aktion unmöglich genehmigen. Trotzdem gelang es uns, alle Blockfahnen ins Stadion und auf die Tribüne zu bringen und die Aktion wurde ein voller Erfolg. Zum einen waren wir die erste Gruppe, welche zum Revierderby eine große Aktion durchzog und zum anderen wurde die „verbotene" Aktion hinterher vom Verein genutzt, um sie in Werbefilmchen für Mitglieder und Aktionäre zu zeigen.

Zum Halbfinale des UEFA-Cups gegen den AC Milan entwickelten wir eine spontane Choreographie. Sie sollte der Mannschaft den letzten Schub geben. Und tatsächlich: Zauberfußball, großartige Stimmung und ein 4:0! Ein Abend, der in die Clubgeschichte eingegangen ist!
Aber es ging noch weiter. Zum letzten Auswärtsspiel gab es eine Western-Mottofahrt nach Hamburg. Sie wurde eine riesige Party, unsere Borussen gewannen 4:3 in einem wahnsinnigen Fußballspiel und waren plötzlich wieder Tabellenführer! Das letzte Saisonspiel wurde dann von einer der größten Zettelchoreographien in Deutschland eingeläutet. Auf der West-, der Ost- und der Nordtribüne hatten wir Papptafeln ausgelegt. In diesem Spiel rockte das Stadion endlich mal so wie in alten Tagen, selbst die Sitzplatztribünen zeigten endlich mal richtige Emotionen. Das Ende ist bekannt: Borussia wurde zum sechsten Mal deutscher Fußballmeister und wir feierten bis zum Umfallen.

Doch nur wenige Tage später stand schon das UEFA-Cup-Finale in Rotterdam gegen Feyenoord Rotterdam an. Auch hier wollten wir uns entsprechend präsentieren und der Mannschaft durch eine Choreographie den letzten Kick geben. Dank Borussia konnten wir die Sache einigermaßen organisieren. Da uns UEFA und Feyenoord einige Steine in den Weg legten, war das ganze nicht so einfach. Wir wollten mit schwarzen Papptafeln alle 3 europäischen Titel auf gelbem Grund darstellen, dazu ein Spruchband: „Der Moment bestimmt die Geschichte, die Liebe ein ganzes Leben!" Leider glückte die Choreo nicht sonderlich gut, weil viele Fans einfach nicht mitzogen oder die Papptafeln viel zu früh hochhielten. Zudem verlor Borussia nach tollem Kampf dieses Spiel und der UEFA-Cup sollte wieder an uns vorbei gehen! Zu diesem Zeitpunkt, Sommerpause 2002, hatten sich unsere Strukturen gefunden und wir hatten schon einige große Aktionen gemacht. Unsere Gruppe bestand inzwischen aus gut 150 Leuten und wir konnten sehr zufrieden auf das letzte Jahr zurückblicken.

Der Saisonbeginn 02/03 und damit die geplante Titelverteidigung wurden von uns mit einer Choreographie eingeläutet. Auf der Gegentribüne alle Nationalflaggen unserer Spieler und auf der Haupttribüne eine aufgehende Sonne in Form und Farbe der Meisterschale, umrahmt von schwarz-gelben Sonnenstrahlen. Dazu ein Spruchband: „Zusammen in den 7. Himmel!"

Optisch tat sich in dieser Saison auf der Tribüne so einiges, endlich waren wieder mehr Fahnen als früher zu sehen und auch die Unterstützung der eigenen Mannschaft nahm weiter zu. Zum Derby wurde eine Blockfahne mit der Stadtsilhouette präsentiert. Mit der Größe von 16 x 50 Metern war dies eine neue Herausforderung an uns. Auch auswärts konnte „Dortmund" durch die Anfertigung neuer Fahnen, Schwenker und Doppelhalter optisch so manches Schmankerl bieten. Die Rückrunde 02/03 war weniger durch große Aktionen, sondern mehr durch kleine Verbesserungen geprägt. Das lag zum einen daran, dass die sportliche Situation besonders in der Bundesliga nicht wirklich viele Glanzlichter bot. Man entschied sich daher schon früh gegen weitere große Aktionen bis zum Saisonende. Andererseits versuchten wir aber dauerhaft mehr Farbe auf die Tribüne zu bringen. Dazu wurde im Januar ein Doppelhalterworkshop veranstaltet, bei dem zahlreiche Doppelhalter gemalt wurden und viele interessierte Leute angesprochen wurden. Schon beim ersten Spiel in Berlin war dadurch viel Farbe auf der Tribüne und die Sache ist als Erfolg zu werten. Weiterhin wurden zwei große Schwenkfahnen angeschafft, die nun ebenfalls für Farbe sorgen werden. Zum letzten Saisonspiel gab es wieder eine Mottofahrt. Die Fahrt nach Kaiserslautern stand unter dem Motto „Generation Love" und alle erschienen im spaßigen 68-er-Outfit. Fast alle mitgereisten Dortmunder machten dabei mit, leider nahm die Saison mit dem Cottbus-Spiel „90 Minuten Hardcore - echte Gefühle!" kein gutes Ende. Der Absteiger entführte einen Punkt und wir verpassten die direkte Championsleague-Qualifikation. Wie wir heute wissen, ein entscheidender Schlag für unseren Verein.

Rückschritte (2003 - 2004):

So begann die Saison 2003/2004 mit unserem zweiten Trainingslageraufenthalt. Knapp 30 Leute auf einer Hütte. Eine sehr geile Zeit hatten wir dort und irgendwie waren wir zu diesem Zeitpunkt noch positiv gestimmt. Doch im Laufe der Zeit spalteten sich unsere Gruppe immer weiter ab von den Desperados, die anfangs zum Großteil selbst bei uns Mitglied waren. Es gab nun 2 Gruppen, mit zum Teil unterschiedlichen Ansichten, die sich aber mit der Zeit wieder veränderten. Es gab eine Phase, in der man mehr Zeit damit verbrachte, die andere Gruppe kritisch zu beäugen, als gemeinsam Ziele zu verfolgen, die uns alle weiterbringen. Der Zusammenhalt in der Dortmunder Fanszene war in dieser Zeit nur wenig ausgeprägt und wurde durch die weitere Spaltung alles andere als besser. Den einen waren wir nun zu spießig, den anderen viel zu kritisch und gefährlich. Jeder macht sich eben die Welt so, wie sie ihm gefällt.

Während wir nun sportlich langsam aber sicher auf dem absteigenden Ast waren, tat sich auch in unserer Gruppe nur wenig. Die Schaffung der ersten beiden Sektionen, Rheinkultur und Los Compadres (Warendorf, Gütersloh) im Herbst 2003 ist als Ausnahme zu nennen. Ende 2003 gab es dann die ersten Hiobsbotschaften der Süddeutschen Zeitung über unseren Verein. Vieles nahm man nur ungläubig zu Kenntnis. Wir müssen uns heute vorwerfen lassen, viel zu lange die Füße still gehalten zu haben. Wir wussten einfach nicht, wem wir glauben sollten und wem nicht. Hinterher ist man sicher immer klüger.

Der sportliche und finanzielle Niedergang ging auch an uns nicht spurlos vorüber, er zerrte an den Nerven jedes einzelnen. So konzentrierten wir unsere Kräfte für einen Kraftakt im Januar 2004, die Derbyaktion. Die größte Blockfahne unserer jungen Geschichte wurde angefertigt. Auf 50 x 50m zeigten wir ein BVB-Emblem, dazu das Spruchband: „Ganz Dortmund will den Derbysieg!" Nun, offensichtlich wollte unsere Mannschaft diesen Sieg nicht so ohne weiteres, wir verloren mal wieder ein Derby. Vielen von uns gab das den Rest, sie schalteten ab und zogen sich aus der Gruppe mehr und mehr zurück, sie hatten von diesem Verein die Schnauze voll. Leider führte unsere Wut über die erneute Derbyniederlage dazu, dass man sich in Wolfsburg wegen unseres Fanboykottes mit anderen Fans in die Haare bekam. Am Ende war das sicherlich kontraproduktiv, aber wir haben für unsere Meinung eingestanden, andere sind nach dem ersten Tor für Borussia umgefallen und haben die, die sie vorher noch beschimpften, bejubelt.
Es folgten Wochen voller sportlicher Offenbarungen und am Ende überholte uns sogar der VfL Bochum mit seinem Möchtegern-Super-Trainer Peter Neururer.

Zwischendurch gab es noch unschöne Höhepunkte: bei einem Amateurspiel in Krefeld bekam einer unserer Capos und gleichzeitig damals zweiter Vorsänger ein Bundesweites Stadionverbot für 3 Jahre aufgebrummt. Nach einigen Monaten wurde es dann endlich aufgehoben, geschadet hat es uns trotzdem. Optisch hatten wir noch gegen den VfL Bochum, zum 30. Geburtstag des Westfalenstadions, eine Choreo zu bieten. Zu mehr konnten wir uns einfach nicht mehr motivieren.

Das Verhältnis zwischen uns und den Desperados hat sich in der Zwischenzeit auch stark verbessert, man vereinbarte regelmäßige Treffen untereinander, um gemeinsam zu planen.
Die Saison sollte zeigen, wohin der Weg des Vereins geht. Sie sollte auch zeigen, wie viele von uns am Ende übrig bleiben würden, um diesen Weg mitzugehen. Diese Zeit war nicht gerade leicht, auch und gerade, weil wir sehr viele unterschiedliche Köpfe und Fans mit unterschiedlicher Fanvergangenheit in der Gruppe haben. Auch wenn es dadurch oft zu sinnlosen oder komischen Diskussionen kommt, ist es gerade das, was unsere Gruppe ausmacht und abhebt vom Einerlei der meisten deutschen „Ultra"-Gruppen.

Währenddessen gab es immer neue Hiobsbotschaften, auch im Trainingslager - wo wir mit gut 30 Leuten vertreten waren und zusammen mit den Desperados wieder für ein kleines Feuerwerk sorgten - konnten wir nur wenig Besserung erkennen. War der Trainer zwar lockerer und das Training lebhafter, zeigten uns die Testspiele jedoch die grausame Realität, so würde es gegen den Abstieg gehen. Lief es sportlich anfangs noch ganz gut, ging vor allem Stimmungsmäßig immer weniger. Im Sommer gab es nach langer Zeit mal wieder eine Party in Dortmund, die recht geil war. Unsere Schwaben luden uns nach dem Stuttgart-Spiel auch noch zum Frust-saufen mitten im Wald ein - ein perfekter Ort, super Aktion.

Gelbe Wand - Südtribüne Dortmund (2004/2005):

Im November muss endlich Präsident Niebaum zurücktreten, auf der Jahreshauptversammlung des BVB erscheinen soviele Mitglieder wie noch nie, das ganze wird in Halle 1 abgehalten, auch von uns sind gut 100 Leute da. Auf dieser JHV wird die Fanabteilung des e.V. ins Leben gerufen. Auch und gerade von uns gefordert und mitbegründet, um den Fans endlich eine Stimme zu geben.

Die Gruppe hat sich vor allem im Herbst und Winter des Jahres 2004 wieder gefestigt, viele neue Freundschaften wurden geschlossen und ein Großteil der Neuen hat sich super integriert. So hatten wir dank unserer Neuen aus Dortmund eine Halle zur Verfügung und konnten dort die letzte Derby-Choreo vorbereiten, unsere bis dahin schwierigste und aufwendigste Aktion. Sie war auch erst in der Nacht vor dem Spiel fertig, nach über 30 Stunden Arbeit in den letzten 2 Tagen (plus geschätzte 60 Stunden in den Wochen zuvor). Leider ging auch dieses Derby verloren, der Frust saß tief und entlud sich in Rostock mal wieder in Streitigkeiten untereinander. Die Winterpause kam zur rechten Zeit.

Nun folgte aus sportlicher Sicht die erfolgreichste Rückrunde aller Zeiten. Angefangen mit einem 2:1 Auswärtssieg in Wolfsburg mit mehr als passabler Stimmung auf den Tribünen. Das nächste Auswärtsspiel führte uns nach Hannover, begleitet von riesigen Protesten der mitgereisten Fans. Wenige Tage zuvor war herausgekommen, dass Niebaum und Meier die Namensrechte des BVB an ein Versicherungsunternehmen verschachert hatten. Es waren zwar „nur" die Verwertungsrechte, aber es brachte bei allen das Fass zum überlaufen. So folgte ein eindrucksvoller Demonstrationszug vom Bahnhof Linden bis zum Stadion. Zum kommenden Heimspiel gegen den VfL Bochum hatten wir eine weitere Demonstration angemeldet. Als Reaktion trat dann auch endlich Gerd Niebaum als Geschäftsführer der KGaA ab. Diesen Posten hatte er eigentlich noch bis zum Ende der Saison behalten sollen, die Fans hatten jedoch einfach die Schnauze voll von ihm und Michael Meier. Durch diesen Schritt verzichteten dann viele Fans auf die Demo im strömenden Regen. Trotzdem kamen über 1.500 Fans zur Demo.

Der Verein musste weiter zittern: die Kardinalfrage, ob die Zeichner des Stadionfonds einer Lösung zustimmen würden oder nicht, war weiterhin offen. Die Entscheidung sollte nach dem Spiel bei Bayern München fallen. Dort waren alle Gedanken bei dieser Entscheidung, wir kassierten eine 5:0 Klatsche. Einzig unser Spruchband „Und wenn du fällst, bin ich bei dir!" - ein Liedtitel der bei uns äußerst beliebten Düsseldorfer Band „Broilers" - bleibt vielen von diesem Spiel auch heute noch in Erinnerung. Nach der Rettung der Bundesligazugehörigkeit durch die Zustimmung der Fondszeichner ging es aufwärts, nur noch ein Spiel ging verloren. Dies ausgerechnet gegen den VfB Stuttgart, zu dessen Gastspiel wir gemeinsam mit der Mannschaft Spruchbänder für Fans und Team gemalt hatten. Die Mannschaft trug das durch uns gemalte „Mit euch zum Freund fürchten wir kein Feind!", auf der Tribüne erschien das durch die Mannschaft gemalte und an alle BVB-Fans gerichtete „Wir für euch und ihr für uns!". Nach über 10 Jahren konnte sogar in Leverkusen gewonnen werden, untermalt von einer grandiosen Stimmung im Gästebereich. In der Folgezeit fieberte alles nur noch aufs Derby hin, der UI-Cup erschien auch wieder auf dem Schirm.
Doch dann war es tatsächlich soweit, der 12.05.2005, ein großer Tag. Nach vielen Jahren ohne einen Derbysieg schaffte es diese Mannschaft, 3 Punkte aus GE zu entführen. Es machte wieder Spaß, BVB-Fan zu sein und man durfte stolz auf diese junge Truppe und ihren Trainer sein.

Und wo wir gerade bei Superlativen sind: im darauffolgenden Spiel gegen Hansa Rostock zeigten wir als Gruppe uns von unserer besten Seite. Seit März 2005 hatten wir an einer anfangs verrückt klingenden Aktion gearbeitet. 5.000 Doppelhalter sollten unsere Südtribüne schmücken. Es funktionierte prächtig und seit diesem Tag hing auch das Banner „Gelbe Wand Südtribüne Dortmund" über all unseren Köpfen. Es stand für den Aufbruch in eine neue Zeitrechnung nach all dem, was nur auf Schulden aufgebaut worden war.

Es geht weiter bergauf (2005 - 2006):

Im Anschluß an die Saison nahmen wir noch mit gut 150 Leuten an der Fandemo in Frankfurt teil und stellten damit nach Ausrichter Frankfurt die größte Gruppe vor Ort. Es macht uns schon stolz zu sehen, dass sich unsere Leute Gedanken machen, über den Tellerrand schauen und sich engagieren, wenn es darauf ankommt. Die Demo war für sich gesehen, ein Erfolg. Verbesserungen brachte sie jedoch nicht, aus der versprochenen Ombudsstelle ist bis heute nichts geworden.

Im Trainingslager waren in diesem Jahr dann nur noch wenige Leute, da das Ziel Göttingen nicht sonderlich attraktiv war. Dort gab es dann auch wenig neue Erkentnisse. Die Saison begann mit einem Unentschieden auswärts und dann folgte schon das Derby. Aufgrund diverser Probleme bekamen wir in der Kürze der Zeit keine große Aktion auf die Beine gestellt und wir organisierten nun Papptafeln auf Ost- und Westtribüne. Dazu mehrere tausend Fähnchen auf der Südtribüne, untermalt mit dem Spruchband „Solang noch unsere Fahne weht, fürchtet euch, denn Dortmund lebt!" Sicherlich waren wir schon mal kreativer, aber zu diesem Derby war etwas anderes einfach nicht drin. In der Halbzeitpause hielten wir den Blauen ihre vielen Jahre ohne Meistertitel unter die Nase, indem wir eine entsprechende Anzahl Mannshoher Meisterschalen präsentierten. Leider verloren wir auch dieses Spiel mal wieder und die Hinrunde begann trist.
Kurz darauf wurde der Name unseres Stadions verhökert, begleitet von kleineren Protesten und Spruchbändern. Wohlwissend, dass man aufgrund der finanziellen Situation machtlos war.

Als Highlight ist noch die Austria-Salzburg-Solidaritäts-Aktion in Bremen zu nennen, die gepaart mit einem Fahnen und Doppelhalter-Meer ein schönes Bild ergab. In Nürnberg erinnerten wir in Dortmunder Slang die Regierenden und den DFB an die Einrichtung einer Ombudsstelle. Im Heimspiel gegen Hannover verabschiedeten wir uns vom Westfalenstadion mit einem übergroßen Herz auf der Südtribüne.
Das war 2005, aus unserer Sicht ein recht erfolgreiches Jahr. Am Ende hatten wir über 400 Mitglieder und die Fluktuation war auf dem Tiefststand, fast alle Mitglieder verlängerten auch im Folgejahr ihre Mitglieschaft - das war auch schon mal anders. Der Kern der Gruppe war stetig gewachsen und wir sind wirklich gefestigt. Das Jahr 2006 sollte ein fast durchgängig beschissenes Jahr werden. War das Trainingslager in Kemer noch ein kleines Highlight, folgten eher bescheidene Spiele. Ein Highlight war das Auswärtsderby. Wir schafften es, mit gut 500 Leuten (inkl. anderer Fangruppen), geheim anzureisen und überraschten die Polizei im Gelsenkirchener Bahnhof unvorbereitet. So kam es zu einem kleinen Spaziergang durch Gelsenkirchens malerische Altstadt, bevor uns der Chauffeurdienst der örtlichen Polizei doch zum Stadion brachte. Im Stadion zeigten wir ein aufblasbare rosa Gummipimmel inkl. Spruchband „Fickt euch!".

Gegen Leverkusen feierten wir dann unseren Geburtstag: 1909 Tage THE UNITY. Überraschend lief auf den Leinwänden im Stadion ein kleiner Film von und über uns. Dazu gab es eine kleine Blockfahne mit unserem Logo zu sehen. Das erste und bislang einzige mal, dass wir uns zu so einer selbstdarstellerischen Aktion hinreißen ließen. Aber zu einem Geburtstag darf das wohl einmal sein. Ansonsten entspricht es nicht unbedingt unseren Idealen, dies zu tun. Wir stellen lieber die gesamte Tribüne oder den Verein in den Vordergrund. Nach dem Spiel wurde mit gut 1.000 Fans im Stadion in der Nordwest-Ecke des Stadions bis in die Morgenstunden gefeiert.

Die sportliche Magerkost wurde durch ein 3:3 auswärts bei Bayern München unterbrochen. Die ganze Fahrt war ein Highlight, schön im Sonderzug der Fanabteilung. Eine der besseren Fahrten der letzten Jahre. Sportlich sind wir nun im Niemandsland der Tabelle angekommen.

Block Drölf (2006/2007):

In der Sommerpause erstmals seit Jahren fast ohne mitreisende Fans. Göttingen geht einfach gar nicht. Von uns war kaum jemand vor Ort. In der Zwischenzeit ist mit den „Jungen Borussen" eine neue Gruppe aufgetaucht. Im Gegensatz zu vielen ihrer Vorgänger war sie auch im Jahr 2009 noch aktiv, inzwischen mit vielen anderen Leuten als zur Gründungszeit, aber auch sie hat sich heute etabliert. Zum Saisonbeginn eine kleine Revolution: wir gehen mit allen unseren Leuten und einigen anderen Fans in den unteren Bereich der Blöcke 12 und 13. Block „Drölf" war geboren. An gleicher Stelle soll von nun an auch eine Soundanlage die Gesänge koordinieren und die Stimmung somit verbessern. Zu Beginn einige kleine Störfeuer dort zuvor stehender Fans, ab und an Pöbeleien im geliebten Internet gegen die „Neuen", die die tolle Stimmung in Block 12 oder 13 kaputt machen. Die Realität sieht so aus, dass Block Drölf der neuen Generation gehört.
Die neue Saison beginnt ausgerechnet bei den Bayern, wir verlieren 0:2 und mit Sebastian Kehl einen der Schlüsselspieler. Die Stimmung im BVB-Block kann nicht ganz an die aus dem Mai an gleicher Stelle anknüpfen. Sportlich wird es von nun an ganz schlimm und auch wir haben optisch nichts zu bieten. Auch die Stimmung leidet.

Nur zwei Heimsiege stehen auf dem Konto und dann folgt eine bittere Derbyklatsche, die auch dadurch noch unerträglicher wird, dass wir vor wenigen Wochen für unsere Naivität hart bestraft wurden. Das „Gelbe Wand Südtribünde Dortmund" Banner, das seit der bereits geschilderten Choreo eigentlich dauerhaft unter dem Dach unser Tribüne hing, ist irgendwann zwischen zwei Spieltagen von unserem größten Feind gestohlen worden. Ein Umstand, der sicher einen der Tiefpunkte in unserer Geschichte darstellt. Davon unabhängig war es aber erbärmlich, wie sich die Mannschaft beim Feind präsentierte. Das zieht uns alle nun endgültig nach unten, die folgende Heimniederlage gegen Leverkusen ist da nur noch Tüpfelchen auf dem i. Der scheinbar schuldige Trainer wird nach diesem Spiel entlassen. Die Stimmung ist seit dem denkwürdigen Spiel gegen Ulm im Jahr 2000 auf einem Tiefpunkt. Die feixende Masse auf der Tribüne feiert, als gäbe es kein morgen. Dem Gegner wird zugejubelt, teilweise lauter als in dieser Saison das eigene Team unterstützt wurde.

Im folgenden Trainingslager in Marbella sind fast 100 BVB-Fans vor Ort. Alle hoffen auf eine bessere und erfolgreichere Rückrunde. Trainer Jürgen Röbers Team beginnt mit einem Überraschungserfolg gegen die Bayern. Doch was dann folgt, lässt an Trainer Bernd Krauss erinnern, Niederlage folgt auf Niederlage und alsbald sehen wir uns im Abstiegskampf gefangen. Finanziell ohnehin schon am Boden, geht es nun auch sportlich bergab. Die sportliche Leitung zieht die Reissleine und verpflichtet mit Thomas Doll einen neuen Trainer. Doch zunächst bessert sich nichts. Nach einer 0:2 Niederlage auf der Bielefelder Alm ist allen klar: „Das wars, wir steigen ab!" Zu mausetot die Mannschaft, aber auch der Anhang auf den Tribünen hat aufgehört zu kämpfen. Den nun schon 3 Jahre andauernden Todeskampf kann keiner mehr mitansehen. Doch - oh Wunder - der neue Trainer kann verloren geglaubte Tugenden wecken und Borussia gewinnt entscheidende Spiele. Am 32. Spieltag kann mit einem Sieg vor gut 15.000 mitgereisten Borussen in Wolfsburg der Klassenerhalt gesichert werden. Und in der Woche danach kommt die blaue Brut nach Dortmund. Wochenlang hatten sie getönt, sie würden uns mit einem Sieg in den Keller schießen und sich selbst zum Meister krönen. Doch erstens kommt es anders und zweitens als der Blaue gedacht hat. 2:0 für unsere Borussia, ein Spiel, dass niemand in Dortmund und Gelsenkirchen jemals vergessen wird. An diesem Tag spuckten wir den Blauen in die Suppe, alles verloren, ausgerechnet beim verhassten BVB. Meister wird der VfB und wir starten eine denkwürdige Aktion. In der Woche zwischen dem Derbysieg und unserem letzten Spiel in Leverkusen wird ein Flugzeug gechartet, dass ein Banner „Ein Leben lang keine Schale in der Hand" hinter sich herziehen soll. Punkt 17 Uhr startet es in der Nähe von Leverkusen, dreht 2 Runden über das ausrastende Stadion, bevor es weiter nach Gelsenkirchen fliegt, wo man wohl noch heute Opas Flak aus der - Zitat - „goldenen Zeit" zurückhaben möchte. Für unsere Gruppe war es trotz dieses sportlichen Überlebenskampfes eine gute Zeit. Unsere Strukturen waren Stück für Stück fester geworden, der Umzug in Block Drölf ein voller Erfolg - allen Zweiflern zum Trotz.

Pokalfinale (2007/2008):

Die Saison 07/08 stand von Beginn an noch im Schatten des Derbys vom vergangenen Mai. Das Trainingslager am Züricher See wurde von über 150 Leuten besucht, viele davon in einer Jugendherberge am Vierwaldstätter See, wo das ganze Trainingslager ursprünglich stattfinden sollte. Höhepunkt war eine gemeinsame Feier mit der Mannschaft, was bislang einmalig war - und danach auch leider nie wiederholt wurde. Für uns als Gruppe stand weiter die Suche nach eigenen Räumlichkeiten im Fokus, sowie der weitere Ausbau des Gruppenkerns. Im November 2007 verließ uns unser langjähriger Capo und wechselte als Fanbetreuer zum 01.01.2008 zum BVB. Einerseits ein Rückschlag für unsere Gruppe, andererseits ein Fortschritt für die aktive Szene, die von nun an in Jens jemanden beim Verein hat, der uns versteht und aus unserer Mitte kommt. Im Spätsommer ging wieder mal ein Derby verloren, sang- und klanglos verloren wir in GE. Während in der Liga keine Konstanz zu finden war und der BVB mehr schlecht als recht agierte, ging es im Pokal richtig rund. Nach dem Auftakt in Magdeburg zogen wir nur Heimlose und marschierten über Frankfurt, Bremen, Hoppenheim und Jena ins Finale nach Berlin. Das Halbfinale gegen Jena wurde mit einer Choreographie zelebriert, das Brandenburger Tor hing vom Tribünendach und alle wollten nach Berlin. Borussia zog ins Finale ein und für uns stand somit der europäische Wettbewerb fest, denn die Bayern standen als Finalgegner und Championsleague-Teilnehmer fest. Berlin war fest in schwarzgelber Hand, über 30.000 Dortmunder waren vor Ort und schrien sich vor, während und nach dem Spiel die Seele aus dem Leib. Dortmund ist wieder da - und wie! Sportlich verloren wir unglücklich, auf den Tribünen waren wir dagegen haushoher Sieger. Nur unterbrochen durch diese jämmerliche DFB-Beschallung, die jegliche Stimmung tötet. Ansonsten hatte die Saison nur wenig zu bieten, unsere Gruppe bleibt weiterhin von Stadionverboten weitgehend verschont, nur wenige sind betroffen - aber auch diese Ausgesperrten tun weh.

Unsere Gruppe konnte im Frühjahr 2008 dann auch endlich die eigene Kneipe finden und beziehen. Die Suche hatte ein Ende, auch wenn die Kneipe leider nur in der östlichen Innenstadt lag und daher etwas weg vom Stadion. Damit war ein weiterer Meilenstein geschaffen.

Europapokal (2008/2009):

Neue Saison, neuer Trainer, neues Glück. Mit Jürgen Klopp wechselte der TV-Trainer Nummer 1 an den Emscherstrand und viele von uns waren skeptisch. Schließlich hatte man sich auch von Laberbacke Doll einiges versprochen. Das Trainingslager fand in Donaueschingen statt inkl. Testturnier in Grenchen, bei dem es neben dem üblichen Trainingslager-Pyrospektakel leider auch viel Ärger gab. Einige Bengalen waren auf den Platz geflogen, hatten fast den Torwart getroffen und das löste ein schier unglaubliches Medienecho aus. Immerhin hatte man den Verein doch noch hinter sich und am Ende gab es einige lokale Stadionverbote, womit wohl alle zufrieden sein mussten. Der erste Höhepunkt der Saison folgte im Pokal bei RW Essen und neue Lieder, eingebracht von der jungen Ultra-Generation, fanden ihren Weg auf die Tribüne. Einer der Höhepunkte der letzten Jahre war dann die Auswärtsfahrt nach Udine. Ein Sonderzug - organisiert von der Fanabteilung - mit fast 1.000 Leuten an Bord. „Auf geht's, ab geht's, 3 Tage wach!" sollte das Motto sein. Die Tour wird wohl keiner mehr vergessen. Trotz des bitteren Ausscheiden nach Elfmeterschießen blieben die positiven Erinnerungen an diese einmalige Tour hängen. Auch wenn sich Udine erstaunlich ungastlich präsentierte, machten gut 3.000 schwarzgelbe das beste aus dem Tag. Ein Marsch durch die Stadt zum Stadion und anschließend durchdrehende Gästemeute im Block - so soll es sein. Leider unser einziger europäische Auftritt der letzten Jahre. Das Derby hatte auch in diesem Jahr wieder einiges zu bieten und so blieb dieses 3:3 nach 0:3 Rückstand erneut in den Köpfen hängen. Das Rückspiel war aus Fansicht dann weniger schön. Unsere Gruppe hatte sich entschieden, mit dem Bus anzureisen, um dem elenden Generve am Bahnhof zu entgehen. Etwa 120 BVB-Fans aus der aktiven Szene entschieden sich für eine Zugfahrt über die Dörfer, etwas, was wir in ähnlicher Form schon vor Jahren gemacht hatten, um ohne Polizei anzureisen. Die Gruppe wurde in 3 Kesseln nach und nach festgenommen. Ohne dass jemandem etwas konkret nachzuweisen ist, wurden seitens des Gelsenkirchener Vorortvereins nun knapp 120 Stadionverbote ausgesprochen. Darunter auch etwa 15 unserer Mitglieder, ein harter Schlag für uns und für alle anderen Gruppen. Dazu kommt noch, dass wir seit diesem Derby nun die bittere Gewissheit haben, dass das 2006 gestohlene Gelbe Wand Banner wirklich in Gelesenkirchen gelandet war. Geahnt hatten wir es immer, aber die endgültige Gewissheit ließ so manche Wunde wieder aufbrechen.

Trotz dieses absolut beschissenen gelaufenen Derbys war die Rückrunde Stimmungstechnisch die wohl beste seit Bestehen unserer Gruppe. Auswärts rockten wir teilweise bombastisch laut und auch zuhause hatten wir einen riesen Sprung gemacht. Dazu bekamen wir im Mai unsere neue Kneipe, 15 Minuten Fußweg vom Stadion entfernt, mitten im Kreuzviertel gelegen. Ein weiterer Fortschritt für uns als Gruppe und die Kneipe etablierte sich schnell als Treffpunkt rund um die Spieltage.

Ausblick:

Wie ihr sehen könnt, war es ein weiter, oftmals auch steiniger Weg von der kleinen Gruppe von Spinnern, die sich einmal im Monat traf, um ihren Traum vom bessern Zeiten zu träumen, bis hin zur heutigen Gruppe von gut 400 Mitgliedern. Wir hatten Erfolge, wir haben Niederlagen verdauen müssen. Aber wir haben schon viel erreicht und wir wollen noch viel, viel mehr erreichen. Wir wollen dazu beitragen, dass die Südtribüne wieder bebt und dass Emotion und Leidenschaft unser Westfalenstadion wieder zum Hexenkessel machen. Darüber hinaus wollen wir eine unabhängige Fankultur erhalten und den Dialog zwischen den einzelnen Fangruppen, z.B. zwischen Ultras und Kutten, aber auch zwischen Verein und Fans fördern. Wir hoffen vor allem in diesem Bereich in naher Zukunft einige Fortschritte machen zu können. Kürzlich wurde von uns der Gelbe Wand Stammtisch ins Leben gerufen, der die Zusammenarbeit und den Meinungsaustausch zwischen unserer Gruppe und einigen älteren Fanclubs in den nächsten Jahren sichern soll.